Sophistereien Folge 4

Sich lächerlich zu machen, davor hatten die Menschen früher große Angst. In der heutigen Spaßgesellschaft versteht man diese Sorge kaum noch. Was soll daran so schlimm sein, wenn man sich zum Clown macht? Im Gegenteil: Als Clown hat man Erfolg, wird in Talkshows eingeladen, hat Millionen Follower in den Sozialem Medien. Der Ernsthafte dagegen ist ein armer Tropf, gilt als Spaßbremse. Er macht sich gerade dadurch lächerlich, dass er sich nicht lächerlich machen will.

Schon Platon hasste die Sophisten. Lehrten diese falschen Philosophen doch nicht die Wahrheit, nicht das, was nach seiner Meinung echte Philosophen tun. Es stimmt: Die Sophisten hatten keine Vorstellung von Wahrheit. Sie glaubten viel mehr, dass es so etwas wie Wahrheit gar nicht gebe. Demzufolge brachten sie ihren Schülern lediglich bei, mittels guter Rhetorik den Diskussionspartner im Dialog zu überzeugen.

Als bestes Beispiel eines echten Philosophen galt natürlich Sokrates, der letztlich bereit war, für seine Überzeugungen zu sterben. „Schön dumm“, würde da der Sophist dagegen sagen.

Sophistereien Folge 3

Dass das Leben endlich ist, quasi jeden Augenblick vorbei sein kann, ist eine Tatsache, die uns zwar bewusst ist, die wir jedoch in unserem alltäglichen Treiben geschickt zu verdrängen verstehen. Es sterben immer nur die anderen. Man selbst natürlich nicht. Es geht immer weiter. Morgen ist auch noch ein Tag. Heidegger hielt diese Flucht vor dieser letzten Wahrheit für einen negativen Existenzmodus. Uneigentliche Existenz nannte er das. Im Gegensatz zur eigentlichen, in der der Tod ständig im Bewusstsein präsent ist. Den Tod zu verdrängen, ist jedoch lebenswichtig. Wer kann schon den Tag beginnen mit dem Gefühl, es könnte der letzte sein? Und herumzulaufen wie ein zum Tode verurteilter in seiner Zelle?

Die Pandemie hat dafür gesorgt, dass es der Tod in die Hauptnachrichtensendungen geschafft hat.

Man muss sich von dem Gedanken befreien, dass das eigene Leben einen Sinn hat. Überhaupt ist die Bedeutung des Wortes „Sinn“ völlig unklar. Wäre man nicht geboren, was würde der Welt fehlen? Trotzdem kein Grund zum Pessimismus: Nur die Erkenntnis, dass es auch ohne einen selbst weiter geht.

Sophistereien Folge 2

Hört auf die Wissenschaft! Nein: Der Wissenschaft ist nicht zu trauen. Und das ist gut so. Wie wir gerade in Zeiten der Pandemie erleben mussten. 3 Wissenschaftler, 7 Meinungen. Von wegen gesicherter Erkenntnisse, Wahrheit. Alles Lüge. Versuch und Irrtum. Das ist das Prinzip der Wissenschaft. Alles andere ist Glauben. Der Glaube schließt den Irrtum aus. Das Wissen nicht. Also: Glaubt bloß denen nicht, die sagen, sie wüssten. Es sei kein Irrtum möglich.

Das Skandalöse an der Politischen Korrektheit ist, dass hier unter dem Deckmantel der Moral versucht wird, sprachliche Äußerungen zu reglementieren. Für eine freie Gesellschaft ist das natürlich Gift, weil dann in der Konsequenz alle nur das sagen, was alle sagen. Diskussionen faktisch überflüssig werden. Das Gut der freien Rede ist höher einzuschätzen als die Gefahr, andere in ihren Gefühlen zu verletzen.

Das größte Unheil in der Geschichte der Menschheit ging immer von den Moralisten aus.