Sophistereien 23.1.21

In zeitgemäßen Stellenanzeigen liest man jetzt des Öfteren – Mitarbeiter gesucht (m/w/d). Das „d“ soll vermutlich für divers und damit für die vielen unterschiedlichen Geschlechter (heutzutage sollen ja bis zu 60 sein) stehen. Nun schließt aber doch „d“ m und w mit ein. Und das bedeutet, dass m und w hier überflüssig sind: „d“ würde also völlig genügen.

So eine Pandemie hat auch ihre Vorteile, dachte sich der Unberührbare, fühlt er sich doch frei von dem Druck, bei jeder Gelegenheit Fremde in den Arm nehmen zu müssen, sie sogar zu küssen, obwohl sie schlecht rochen und er sie nur flüchtig kannte. Das ist nun vorbei, freute er sich diebisch. Zukünftig werden die Menschen mehr auf Abstand gehen. Werden sich nur noch von Weitem ein flüchtiges Hallo zuwerfen.

Was ist ein Optimist? Einer, der, wenn die Rolltreppe stehen bleibt, einfach weiter geht.

Sophistereien 16.01.20

Das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, ist, den Verlust seines Charakters zu überleben.

„Querdenken“ galt ja einst als eine höhere Form des Denkens. Es waren häufig Künstler, Philosophen, kreative Köpfe aller Art, welche dieses Attribut für sich beanspruchten. Doch dann begann irgendwann der schleichende Abstieg dieses bedeutungsschwangeren Begriffs. Beinahe jeder Bewerber um einen Job zählte „Querdenken“ zu seinen Kernkompetenzen. Jede Putzfrau, jeder Callcenteragent, jeder Lehrer konnte auch querdenken. Doch damit ist es nun vorbei. Seitdem sich jeder Idiot Querdenker nennt, ist dieser Begriff verbrannt.  Niemand, der Denken kann, hütet sich davor, sich als Querdenker zu bezeichnen. Was sollte aber jetzt an dessen Stelle treten? Vielleicht „Schiefdenker“?

Die Klimaerwärmung wird paradiesisch. Auf dem  Kurfürstendamm rekeln sich die Palmen und im Grunewald zirpen die Zikaden.

Sophistereien 9.1.21

Optimistische Prognose für das neue Jahr: Die Zukunft wird düster: Nachdem die, die uns Hoffnung machten, uns zu befreien, so kläglich versagten, werden die, die es schon immer besser gewusst haben wollen, ihren endgültigen Sieg davontragen.

Carl Schmitt lag nicht falsch, wenn er das Wesen der politischen Auseinandersetzung in seinem simplen Konzept eines Freund/Feind Denkens fasste. Das widerspricht fundamental allen demokratischen Prinzipien von einem respektvollen Umgang untereinander und einem konstruktiven Streit um Meinungen. Es zeigt sich jedoch immer deutlicher, dass es heutzutage nur noch auf eins ankommt, auf die Frage: Bist du für mich oder gegen mich?

Für ein Bedingungslose Grundeinkommen müsste man zunächst die Bedingungen festlegen, unter denen es gewährt werden kann.