Sophistereien 20.02.20

Wir leben in einem hysterischen Zeitalter. Weltuntergangspropheten und Mahner vor einem Adolf 2.0, dem Adolf für das digitale Zeitalter, haben mittlerweile Diskurshoheit über den Talkshowstammtischen. Nur so nebenbei: Wie viele Follower würde der neue Adolf eigentlich haben?  Vermutlich nur wenige, denn die meisten in unserem „schönen Deutschland“ (darf man das so noch sagen?) sind lupenreine Demokraten. Wie nun soll man da einen kühlen Kopf bewahren? Der Sophist hat sich jedenfalls vorgenommen, sich eine Diät vom Politikbetrieb zu verordnen und sich wieder mehr seinem eigentlichen Geschäft, der Philosophie, der Suche nach Weisheit zuzuwenden. Weisheit gibt es natürlich nicht, aber die Suche nach ihr ist auf jeden Fall lohnend. In diesem Sinne: Bleiben Sie heiter und gelassen. Das Ende kommt noch früh genug.

Sophistereien 09.02.20

Demokratie war früher in der DDR einfacher. Bei Wahlergebnissen um 99 % für die Linke stellte sich das Problem der Koalitionsbildung nicht. Auch auf geheime Wahlen konnte glücklicherweise verzichtet werden. Jeder konnte sich offen zu seiner Wahl bekennen. Ein derartiges Desaster wie letzte Woche in Thüringen wäre undenkbar gewesen. Dort nun war ein relativ unbekannter Friseur, Mitglied der FDP, in geheimer Wahl zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Alles in Ordnung, könnte man sagen, so ist das eben in der Demokratie. Die Abgeordneten sind, auch wenn das vielen nicht passt, frei in ihrer Wahl. Sie unterliegen keinen Weisungen, wen sie zu wählen haben. So wie auch jeder Bürger wählen kann wen er will. Den Sophisten stimmt es allerdings bedenklich, wenn nur einige Stunden nach der Wahl dieses Ministerpräsident dieser von den selbsternannten Verteidigern der Demokratie (zum Teil unter Androhung von Gewalt) zum Rücktritt gezwungen wird. Mahnende Worte des Bundespräsidenten, Lichterketten blieben bisher jedenfalls aus.

Übrigens darf man sehr gespannt sein, was passiert, wenn sich Bodo Ramelow mangels eigener Mehrheit mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließe.  Würde er die Wahl dann dennoch annehmen, wäre das eine hübsche Sophisterei.

„Die Welt bestraft stets den, der seinen Stolz vergisst“

Nicolás Gómez Dávila

Sophistereien 31.01.20

Die Verteidigung der Hausbesetzer hat in einem Rechtsstreit am Landgericht Berlin einen Befangenheitsantrag gegen einen Richter gestellt, weil dieser keine Gendersprache verwendet. Begründung sinngemäß: Der Richter habe Vorurteile und diskriminiere. Der Sophist hat das zunächst für Satire gehalten. Ist es aber leider nicht. Befürchte, dass bald Haftstrafen gegen Gendergagasprechverweigernde verhängt werden. Diese müssen dann in ihren Zellen den ganzen Tag gendergerechte Texte schreiben. Gelingt das irgendwann fehlerfrei, kommt man wieder raus. Leider verbreitet sich dieser Gendervirus rasend schnell. Beinahe jede Zeitung, Ausnahme die vom Sophisten bevorzugte NZZ, spickt ihre Texte mit Sternchen und Innen und Partizipien. Eine Vergewaltigung der Sprache. Man fragt sich, ob diese Schreiberlinge („ling“ ist übrigens auch schon verboten, da diskriminierend) überhaupt kein ästhetisches Gefühl mehr haben. Da hilft wohl nur eins: Man muss diese Blätter boykottieren. Sinkende Verkaufszahlen fördern vielleicht die Einsicht.