Sophistereien 3

Eine Krise lässt sich am besten dadurch bewältigen, indem man weitere Krisen auslöst!

Die Langeweile ist nach Heidegger eine ausgezeichnete Stimmung, welche das Dasein vor das Nichts bringt. Der heutige Mensch kennt diese Stimmung nicht mehr. Ist er doch ständig von technischen Geräten umgeben, die ihn ablenken und ihm die Fülle des Seins offerieren.

Aus Gründen effizienter Wissensvermittlung erscheint es als zwingend geboten, die deutsche Sprache aus den deutschen Universitäten zu verbannen.

In Zeiten, in denen die Provokation zur Regel geworden ist, provoziert man am meisten dadurch, dass man sich an Regeln hält.

Sophistereien 2

In unserer heutigen Zeit, in der die wahren Religionen schon lange abgedankt haben, keinerlei Sinnstiftung mehr bieten, fungiert die sogenannte “politische Korrektheit” mittlerweile als ein adäquater Ersatz. Wie bei einer richtigen Religion gibt es auch hier Sünder und solche, die über deren Sünden sprachlicher Natur wachen, diese verurteilen und zur Buße mahnen. Dazu möchte auch der Sophist einen Beitrag leisten.  Ich konnte es kaum fassen, als ich am Sonntag in der “Zeit”, Hohepriester des PC, folgende Anzeige las, in der der Suhrkamp Verlag für die Biographie von Ijoma Mangold (natürlich ein “Zeit”-Redakteur) warb. Dieser Hoffnungsträger des deutschen Feuilletons hat bekanntlich eine schwarze Hautfarbe (darf man das so sagen?).  Zitiert wird in dieser Anzeige der Rezensent der “Bild-Zeitung”, Alexander v. Schönburg, mit den Worten: “Der Aufstieg des schwarzen Reich-Ranicki…”. Gemeint war  Mangold, der schwarze Reich-Ranicki. Ein gruseliger Schauer ergießt sich über meinen Rücken. Warum nicht gleich: “der schwarze Jude, Alptraum aller rechtschaffenen Literaten”? Aber gut: Wenn es denn in der “Zeit” steht, dann wird man das wohl ja mal sagen dürfen.

 

 

 

Sophistereien 1

Platon verachtete bekanntlich die Sophisten, weil diese selbsternannten”Lehrer der Weisheit” , seines Wissens nach,  überhaupt keine “richtigen” Philosophen waren.  Ein Philosoph im wahren Sinne des Wortes vermag es nämlich, zwischen Meinung (doxa) und Wissen (Episteme) zu unterscheiden.  Und “Wissen” erlangt  man nach Platon nur, wenn man das wahre Wesen der Dinge (Ideen), im Gegensatz zu ihrem bloßen Schein erkennt. Um solche Probleme  kümmert sich ein wahrer Sophist freilich nicht. Ihm erscheint die “Wahrheit”, so wie später auch Nietzsche (Wahrheit als bewegliches Heer von Metaphern), als gemacht, von Menschen gemacht, und somit ihrem Wesen nach relativ – wie wahr, wie wahr.

Die einzige Gewissheit, welche die nach Wahrheit strebenden Menschen besitzen, ist die, dass sie sterbliche Wesen sind – und sonst nichts! Das darf doch wohl nicht wahr sein.