Sophistereien 27.02.21

Der Apokalyptiker hegt die heimliche Hoffnung, dass er zu den Auserwählten gehören wird, die am Ende gerettet werden. Nur so lässt sich sein Eifer erklären, mit dem er durch die Lande zieht und unablässig vor dem Untergang warnt.

Verunsichern ließ sich der Apokalyptiker besonders dadurch, dass man ihm seine Gleichgültigkeit gegenüber dem Weltuntergang entgegenhielt: Das brachte ihn völlig aus dem Konzept. Er riss Mund und Augen auf vor Entsetzen, so als sei der Ignorant der Apokalypse die eigentlich Apokalypse.

Veganer sind gefährlich: Ihr Verzicht auf Fleisch, auf gutes Essen, auf gutes Leben überhaupt, führt zu Wahnsinn und macht sie besonders blutrünstig ihren Artgenossen gegenüber. Machen Sie niemals in Gegenwart eines Veganers einen Scherz über Veganer. Es kann dann leicht passieren, dass dieser sein Messer zückt und Sie lustvoll zerfleischt.

Sophistereien 20.02.21

Die liberale Epoche scheint unweigerlich ihrem Ende entgegen zu taumeln. Warum? Der Liberalismus vermag es nicht, den Menschen Halt und Orientierung zu geben. Gerade in schweren Zeiten wie diesen bedürfen wir derer, die uns sagen, wo es lang geht, was zu tun ist, derer, die behaupten die Wahrheit zu kennen. Natürlich wissen wir, dass sie lügen. Trotzdem wollen wir lieber belogen werden, als unablässig in dieses Nichts unsere sinnlosen Existenz zu starren.

Der Kretin hat es leicht. Er will von Erkenntnis nichts wissen. So lebt er glücklich in den Tag hinein. Er wird dumm sterben, sagen wir und lächeln. Aber er macht sich nichts draus. Das Leben, sagt er sich, ist viel zu kurz, um es mit der Suche nach Erkenntnis zu verschwenden.

Es sind die Demokraten, die den Untergang der Demokratie befördern.

Sophistereien 13.02.21

Das Subjekt ist nicht fassbar, nicht greifbar, unfassbar, unergründlich Es entgleitet uns ständig. Wie ein Stück Seife zwischen nassen Händen.  Aber immer ist es da.

Wir haben verlernt, mit Krisen umzugehen. Zu sehr haben wir uns daran gewöhnt, dass der Fortschritt uns ein Leben fernab aller existenzieller Nöte beschert und dass es immer so weiter geht, immer noch besser wird. Sind wir dann doch vor eine Krise gestellt, reißen wir verwundert die Augen auf, und suchen wie Kinder Schutz unter Muttis Rock. Die Alten hatten es da leichter. Die Alten wussten noch, dass das Leben im Wesentlichen Leid, Krankheit und Tod bedeutet. Für sie war schon die Abwesenheit von Unglück Glück.

Dass es auf der Erde einmal eine Spezies Mensch gegeben haben wird, ist für Geschichte des Universums kaum von Bedeutung.